Sie schreiben dass das Angebot, die Rolle des Captain Kirk zu spielen, das Beste ist, das Ihnen jemals im Leben passiert ist. Aber es gab doch sicher auch Momente in Ihrem Leben, in denen Sie Ihre Entscheidung, diese Rolle anzunehmen, bereut haben?
William Shatner: Nein. Was ich mit diesem Urteil "das Beste, das mir jemals passiert ist" meine, ist, dass viele Schauspieler, fast alle Schauspieler, sich durchs Leben schlagen müssen, ohne jemals wahrgenommen zu werden. Sie verdienen wenig, noch weniger, als es früher üblich war, viel weniger. Ich weiß nicht, wie sie das alles packen. Und so ergeht es wirklich den meisten Schauspielern. Ich bin eine der wenigen Ausnahmen und das verdanke ich "Raumschiff Enterprise".
Wie gehen Sie mit Ihrer Berühmtheit um?
William Shatner: Nun, wenn ich durch eine Gruppe von Menschen laufe, sehe ich meistens nach unten. Ich vermeide Augenkontakt, um so gut wie möglich hindurchzukommen. Wenn mich Leute fragen: "Sind Sie William Shatner?", antworte ich: "Nein, ich bin’s nicht". Wenn sie darauf bestehen, dass ich William Shatner sei, entgegne ich: "Sie haben mich gefragt, ob ich William Shatner sei, und ich habe Ihnen gesagt, dass ich es nicht bin!" Manchmal wird man sie so los.
Glauben Sie, dass "Raumschiff Enterprise" die Welt verbessert hat?
William Shatner: Ja, ich glaube schon, dass die Serie vielen Leuten geholfen hat. Die Serie hat einige Menschen sehr lange begleitet, sie hat ihnen zur Seite gestanden, wenn sie wichtige Entscheidungen treffen mussten. Sie hat sie aufgemuntert, wenn sie durch schwierige Lebensphasen gegangen sind.
Was hielten Sie von "Raumschiff Enterprise", nachdem die erste Staffel gedreht worden war?
William Shatner: Die erste Staffel hatten wir nach drei Jahren abgeschlossen. Ich war sehr traurig, dass die Sache vorüber war. Ich habe fest an die Serie geglaubt.
Warum wurde "Raumschiff Enterprise" so ungemein populär?
William Shatner: Als "Raumschiff Enterprise" später von anderen Sendern aufgekauft und neu ausgestahlt wurde, erhielt die Serie meist einen früheren Sendeplatz am Nachmittag oder frühen Abend. Dadurch erreichte sie ihr Zielpublikum und die Leute begannen langsam, darüber zu sprechen.
Wie wurde "Raumschiff Enterprise" inmitten des Kalten Krieges zu einem internationalen Erfolg?
William Shatner: Ich glaube, es gibt viele Gründe dafür. Einer davon ist, dass "Raumschiff Enterprise" in einer Zukunft spielt, die drei- oder vierhundert Jahre von uns entfernt ist. Es gibt einige Leute, die glauben, dass unsere Welt dann schon längst nicht mehr existieren wird. Dadurch, dass die Serie so positiv war und permanent einen optimistischen Unterton hatte, sprach sie viele Menschen an, die genau das sehen wollten.
Glauben Sie, dass es dort draußen im Universum außerirdisches Leben gibt, oder ist das alles nur etwas, was sich Menschen ausdenken?
William Shatner:: Nein, es gibt Leben im Universum! Daran habe ich nicht den geringsten Zweifel. Es gibt reichlich Leben im Universum!
Sie haben so viel in Ihrem Leben erreicht; Aber was macht wahres Glück für Sie aus?
William Shatner: Ich finde, ich bin die letzte Person der Welt, die eine Meinung über Glück offerieren kann, denn die Antwort ist so subjektiv. Allgemein werden Liebe und Gesundheit als Voraussetzungen von Glück gesehen. Ich finde aber, ohne Gesundheit kann man nicht wirklich lieben. Also vielleicht ist physische und natürlich auch geistige Gesundheit die Sache, die uns am glücklichsten macht, weil sich alles andere daraus ergibt. Physische Gesundheit macht mich glücklich: die Fähigkeit, meinen Körper zu trainieren, zu spüren, dass er stark ist; zu atmen und zu fühlen, wie mein Atem durch meinen Körper fließt; die physische Vollkommenheit zu besitzen, um Liebe zu geben. Das macht mich glücklich!
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